Rundschreiben an die Kunden der Fa. EIWO-Wolfram GmbH

Stichwort: Schwarze Listen

Sehr geehrte Damen und Herren (an alle, die es angeht),

unsere Kanzlei vertritt seit geraumer Zeit die Interessen der FA. EIWO-Wolfram GmbH, Coesfeld. Noch nie waren wir  genötigt, zu dem Mittel eines Runschreibens an Kunden der Fa. EIWO zu greifen. Aber es scheint unausweichlich zu sein:

Aus dem Kundenkreis unserer Partei ist zu hören, dass der Wettbewerb Drohungen ausspricht:
"Wer bei EIWO einkauft, der wird nicht mehr beliefert. Wer bei EIWO einkauft, dem kündigen wir die Kredite. Wer bei EIWO einkauft, der ...? und so weiter"

Einerseits macht es uns irgendwie stolz, dass EIWO für frischen Wind im Markt gesorgt hat. EIWO scheint eine Gefahr für die alten Systeme zu sein (werden). Etablierte Wettbewerber müssen sich anscheinend mittlerweile nach den günstigen Preisen orientieren, die EIWO vorgibt. Das ist für die Wettbewerber anscheinend so nervig, dass sie zu dem letzten aller möglichen Mittel greifen, nämlich zu schwarzen Listen.

Zunächst wollten wir das gar nicht glauben. Denn es müsste Jedem in Deutschland klar sein, dass er sich strafbar macht, mindestens aber ein nicht unerhebliches Bußgeld zahlen muss, wenn er den freien Wettbewerb behindert. Kartelle und Preisabsprachen, die dazu dienen, unliebsame Wettbewerber vom Markt auszugrenzen, sind verboten. Wenn wir wüssten, wer solche schwarzen Listen führt und seine Kunden bedroht, dann würden wir bei den jeweiligen Landesregierungen kartellrechtliche Ermittlungsverfahren einleiten lassen. Dann würden die Aufsichtsbehörden gegen diese Unternehmen vorgehen und im Interesse aller Kunden dafür Sorge tragen, dass der freie Wettbewerb aufrecht erhalten bleibt.

Für sachdienliche Hinweise sind wir dankbar.

Wir werden sie vertraulich behandeln und Namen und Umstände nur mit Genehmigung unseres Informanten verwenden.
Die Fa. EIWO lobt für jeden, der sachdienliche Informationen zur Verfügung stellt, drei Paletten Mehl seiner Wahl aus.

Aber auch wer sich nicht dazu durchringen kann, uns nähere Infromationen zu geben, der soll auf diesem Wege darauf hingewiesen werden:

Kein Lieferant kann Sie unter Druck setzen, Sie haben sogar ein einklagbares Recht auf Unterlassung von Bedrohungen oder Sanktionen.

Daneben wird EIWO weiterhin darum kämpfen, durch Innovation, Transparenz und ständige Qualitätsverbesserung den Bäckern optimale Bedingungen und Preise zu bieten, die den Wettbewerb nachdenklich machen.

Münster-Roxel im August 2010


Heising Rechtsanwälte
Roxeler Str. 581
48161 Münster