Leipziger Volkszeitung

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Bäckerei-Filialen vor dem Aus - Supermärkte stellen Automaten auf

Discounter in Sachsen kündigen Betrieben / Handwerk wehrt sich und setzt auf Qualität

Leipzig. Auf Sachsens Bäcker rollt eine Kündigungswelle zu: Immer mehr Discounter stellen Backautomaten in ihren Filialen auf und küngigen den Betrieben in der Vorkassenzone. Das Bäckerhandwerk will mit mehr Service und Zusatzangeboten gegenhalten.

Von Andreas Dunte


"Das Geschäft läuft gut. Wir haben in unseren Backstuben in Leipzig viele Stammkunden." Doch freuen kann sich der Leisinger Bäcker Jens Münch darüber nicht. Er muss in Leipzig aus gleich drei Supermärkten raus. "Lidl hat uns gekündigt", sagt der 36-Jährige. Damit verliert er nicht nur das Geschäft, er muss auch neun Mitarbeiterinnen nach Hause schicken. In weiteren drei sächsischen Filialen des Discounters bleibt der Leisniger Bäcker vorerst aber und kann seine beliebten Brötchen und Brote weiter verkaufen.

"Wir folgen nur einem Trend", sagt Lidl-Sprecherin Petra Trabert der LVZ. Andere Lebensmittel-Discounter hätten bereits viele ihrer Filialen mit Backautomaten ausgerüstet. Wo ein Automat hinkomme, hänge von der Größe der Kaufhalle ab. Zum Teil müsse man auf die Flächen in der Vorkassenzone zurückgreifen. Die Bäcker würden in die Planungen einbezogen, wo vorhanden, könnten Pavillons auf den Parkpätzen bezogen werden.

Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks beobachtet die Entwicklung mit Sorge, sagt Verbandschef Amin Werner. Republikweit gebe es bereits 16000 derartige Automaten, in denen vorgebackene Teiglinge erhitzt werden. Spezielles Personal werde dafür nicht benötigt. Gegen einen Discounter geht der Verband gerichtlich vor, weil er seine Brotsorten als frisch gebacken deklariert. Werner: "Tatsächlich wird das vorgebackene Brot lediglich gebräunt."

Sachsen hat der Trend offenbar als letztes Bundesland erwischt, meint Bäcker Münch. Roland Ermer, Präsident des Sächsischen Handwerkstages, kann nur bestätigen: "Wir beobachten seit Kurzem verstärkt, dass Verträge nicht verlängert oder gekündigt werden", macht Ermer, selbst Bäckermeister, klar. Die kleinen und mittelgroßen Betriebe treffe es besonders hart. Oft hätten diese "ordentlich Geld" in ihre Filialen investiert und blieben jetzt auf ihren Kosten sitzen – einigen stehe das Wasser nun bis zum Hals. Deutliche Einbußen hätten auch Handwerksbäckereien in der Nähe von Kaufhallen zu verzeichnen.

Über den Preis sei der Kampf gegen die Automaten nicht zu gewinnen, meint Handwerkstags-Präsident Ermer: "Da ist immer der Lebensmitteleinzelhandel der Sieger." Er rät den Bäckern, regionale Produkte anzubieten und konsequent auf Qualität und Service zu setzen. Letztlich entscheide der Kunde – "zum Glück spielt Regionalität weiter eine große Rolle".
Noch gibt es im Freistaat 1155 Bäckereien – das sind bereits 720 weniger als vor zwanzig Jahren. Bundesweit hat sich die Zahl sogar auf heute rund 14000 halbiert. Jedes Jahr sterben laut Innung rund 400 Bäckereien.

(Leipziger Volkszeitung Nr. 207, 05. September 2013)

 

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